Profilfach Wirtschaft

 

Das Fach Wirtschaft nimmt an der Felix-Nussbaum-Schule einen großen Stellenwert ein. In dem Fach liegt der Schwerpunkt der berufsorientierenden Bildung. Ist zum Beispiel das Betriebspraktikum, als zentraler Baustein der Berufsorientierung und unterstützende Maßnahme im individuellen Berufsentscheidungsprozess der Schülerinnen und Schüler, dem Kerncurriculum dieses Faches zuzuordnen.

Dennoch beschränkt sich das Fach Wirtschaft an der Oberschule Walsrode nicht auf die Berufsorientierung. Das Konzept der Berufsorientierung ist so vielfältig, dass es schwer durch ein einziges Fach abzudecken wäre, was besonders an einer Oberschule auch nur wenig Sinn ergäbe. Die einzelnen Fächer der Schule arbeiten hier interdependent mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler bestens auf den Übergang von Schule in das Berufsleben vorzubereiten.

Ökonomische Bildung bedeutet im Fach Wirtschaft an der Felix-Nussbaum-Schule, dass die Schülerinnen und Schüler die Akteure der Wirtschaft kennenlernen, grundlegende ökonomische Kenntnisse erwerben, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivitäten kritisch hinterfragen können sowie gegenwärtige und zukünftige Entscheidungssituation bewältigen zu können (Nds. Kultusministerium, 2013, S.8).

Dem Fach Wirtschaft liegen laut Kerncurriculum vier Themenfelder zugrunde:

 

Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Erwerbstätige im Wirtschaftsgeschehen

 

Dieses Themenfeld stellt die zukünftige Rolle der Schülerinnen und Schüler als mündige(r) und aufgeklärte(r) Konsument(in) sowie Arbeitnehmer(innen) in den Vordergrund. In Jahrgang werden die Lernenden durch die Vermittlung der Bedeutung von Bedürfnissen bzw. deren Deckung, als Motor der Wirtschaft, an das Fach herangeführt. Sie lernen durch eine Knappheit der Güter die Bedeutung des Wirtschaftens oder anders formuliert, das Auskommen mit dem Einkommen.

In Jahrgang 9 lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Marktarten kennen sowie das theoretische Modell der Preisbildung am Markt bzw. die Entstehung eines Gleichgewichtspreises, wenn am Markt Angebot und Nachfrage aufeinandertrifft.

In Jahrgang 10 orientiert sich dieses Lernfeld daran, dass die Schülerinnen und Schüler dahingehend kompetent werden sollen, auch auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet. Hier durch die Auseinandersetzung mit individuellen Vorsorgemöglichkeiten und dem Für- und Wider der privaten Absicherung durch Versicherungen, die über die gesetzlichen Versicherungen hinausgehen.

 

Ökonomisches und soziales Handeln im Unternehmen

 

Wie das Lernfeld bereits im Titel verrät geht es hier hauptsächlich um interne Unternehmensvorgänge. In Jahrgang 8 werden die Schülerinnen und Schüler an die durchaus komplexe Thematik durch die grundlegende Funktion von Unternehmen an das Lernfeld herangeführt: Ein Ort der Einkommenserzielung und ein Ort zur Erstellung von Gütern. Danach geht es betriebswirtschaftlicher in die Tiefe, zum Beispiel, wenn die betrieblichen Grundfunktionen sowie die Produktionsfaktoren veranschaulicht werden. Die 8.KlässlerInnen lernen sich mit Zielen von Unternehmen auseinanderzusetzen und beurteilen unternehmerische Zielkonflikte zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten.

In Jahrgang 9 werden die Merkmale von Arbeitsplätzen und deren spezifische Anforderungen genauer betrachtet. Durch Fallbeispiele werden die Schülerinnen und Schüler an den Aufbau und Ablauf der formalen und informalen Organisation eines Unternehmens herangeführt. Daran anschließend werden Interessen und Bestrebungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern thematisiert. Durch Rollenspiele werden simulierte, aber realitätsnahe, Rollenspiele durchgeführt, welche daraufhin eine Bewertung des Ergebnisses fordern. Da im Jahrgang 9 auch das erste Betriebspraktikum an unserer Schule verortet ist, nimmt das Jugendarbeitsschutzgesetz eine gewichtige Rolle in der Praktikumsvorbereitung ein.

Der 10. Jahrgang vertieft das bereits vorhandene Wissen und verlangt von den Lernenden einen konkreten Transfer, ihrer bereits erworbenen Kompetenzen: Neue Herausforderungen in der Berufswelt und sich stetig verändernde Arbeitsanforderungen durch neue Technologien sollen diskutieren werden. Daraus solle eine individuelle Strategie entwickelt werden, wie die Heranwachsenden in naher Zukunft mit dieser flexiblen Arbeitswelt umgehen können.

 

Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsgeschehen

 

Der Staat als aktiver Akteur im Wirtschaftsgeschehen wird hier in den Vordergrund gerückt. In Jahrgang 8 noch mit den basalen Aufgaben des Staates, als Produzent und Konsument, in diesem Geschehen sowie als ein Akteur der Gesetze erlässt und Steuern erhebt. Darüber hinaus werden beispielhafte Eingriffe des Staates in das wirtschaftliche Gesehen diskutiert.

Im Jahrgang 9 werden diese Eingriffe in Verbindung gesetzt zur Sozialen Marktwirtschaft. Die Schüler und Schülerinnen lernen, dass unsere Wirtschaftsordnung ein System mit den grundlegenden Ordnungsformen und -elementen wie Privateigentum, Gewinnprinzip, Preisbildung über Märkte, freier Wettbewerb und dezentrale Lenkung ist (Nds. Kultusministerium, 2013, S.22). Im Vergleich mit anderen Wirtschaftsordnungen, wie der Zentralverwaltungswirtschaft und der freien Marktwirtschaft können sie die soziale Marktwirtschaft von anderen Wirtschaftsordnungen abgrenzen und die Schutzfunktionen des Sozialstaats Deutschland bei der sozialen Sicherung für Staat und Individuum beurteilen (ebd.).

Stellt sich die soziale Marktwirtschaft in Jahrgang 9 noch lediglich als Ordnung dar, die besonders durch die Schutzfunktion positiv zu bewerten ist/wäre, so werden in Jahrgang 10 mehrere Problemfelder und Herausforderungen der sozialen Marktwirtschaft thematisiert. Durch die Auseinandersetzung mit Themen wie der Energieversorgung, der Rohstoffknappheit, der Arbeitslosigkeit, der Inflation oder dem demografischen Wandel sollen die Schülerinnen und Schüler an aktuellen Fallbeispielen zu diesen Problemstellungen die Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme des Staates diskutieren und beurteilen. Zusätzlich wird am Beispiel des demografischen Wandels die Zukunftssicherung der Heranwachsenden beurteilt. Auch hier sollen konkrete Lösungen diskutiert und entwickelt werden. Beispielhafte Lösungen zur näheren Auseinandersetzung wären hier die Geburtenrate (Anteil der Kinder pro Frau) zu erhöhen, die Migration als eine Lösung zur Verjüngung der Altersstruktur oder eine Rentenreform mit einem späteren Renteneintrittsalter zu entwickeln. Das Problem des demografischen Wandels eignet sich deshalb so gut, weil hier die Grenzen des staatlichen Einflusses konsequent aufgezeigt werden: es sind Ideen da, dieser Herausforderung zu begegnen.

 

Ökonomisches Handeln regional, national und international

 

Dieses Themenfeld wird sich mit den Schuljahren für die Schülerinnen und Schüler immer weiter auffächern. So steht am Anfang der regionale Wirtschaftsraum im Zentrum, in Jahrgang 9 der nationale und im 10. Jahrgang der europäische Binnenmarkt sowie der globale Weltmarkt.

Der regionale Wirtschaftsraum Heidekreis steht im Fokus des 8. Jahrgangs. Für eine spätere Analyse werden zunächst Kriterien wie die Verkehrsanbindung, Bevölkerungsstruktur, öffentliche Einrichtungen und Umweltbedingungen im Heimatort und -kreis der Schülerinnen und Schüler ermittelt. Durch die gesammelten Daten und Werte fertigen die Lernenden Diagramme dieses Wirtschaftsraumes an, mit der eine spätere Stellungnahme der Lebens- und Arbeitsbedingungen des Heidekreises vollzogen werden kann. Hier wird der Blick bereits auf den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gerichtet.

In Jahrgang 9 wird der regionale Wirtschaftsraum verlassen und auf ganz Deutschland ausgeweitet. Es werden Merkmale/Standortfaktoren von verschiedenen Wirtschaftsräumen gegenübergestellt und verglichen, Unternehmensideen und deren Ansiedlungspotenziale vor Ort gesprochen.

Der 10. Jahrgang steigt in diesem Lernfeld mit dem Strukturwandel ein. Die prozentualen Veränderungen der drei Wirtschaftssektoren erfolgt hier an realen und fiktiven Fallbeispielen aus dem regionalen und dem nationalen Wirtschaftsraum. Als Gründe für den nationalen Strukturwandel werden die SchülerInnen bereits an den internationalen Handel herangeführt. Als europäisches Beispiel wird die Europäische Union und die vier Freiheiten des Binnenmarktes thematisiert. Die Schüler(innen) aus Jahrgang 10 müssen sich zudem mit Problem- und Handlungsfelder der EU auseinandersetzen. Hier bietet die Gegenwart immer wieder neue Herausforderungen. Denken wir nur um das zähe Ringen um einen weichen oder harten Brexit oder die finanzielle Schieflage Griechenlands vor wenigen Jahren. Zudem lädt das Thema EU ein, dass die Schülerinnen und Schüler mehrere dieser Handlungsbereich kriterienorientiert diskutieren und ebenso debattieren.

Mit der Globalisierung schließt der 10. Jahrgang das Fach Wirtschaft an der Felix-Nussbaum-Schule ab. Von den Ursachen der Globalisierung sollen die Schülerinnen und Schüler kompetent darin werden, Einflüsse, Chancen und Risiken der Globalisierung zu beurteilen: auf unser Leben (sozial wie beruflich), auf den europäischen Binnenmarkt, auf die Umwelt etc., hier ebenfalls mit dem Blick auf die Gegenwart gerichtet. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie sehr unsere Welt vernetzt und miteinander verbunden ist.

Abschließend ist zu dem Fach Wirtschaft und den Themenfeldern noch anzumerken, dass das Kerncurriculum als Spiralcurriculum angelegt ist. Die Themenfelder begegnen den Schülerinnen und Schüler vom Jahrgang 8 bis 10 immer wieder. Genauso werden ihnen die behandelten Themen bekannt vorkommen. Sie werden Verknüpfungspunkte finden, welche, durch an sie gerichtete neue und unbekannte Herausforderungen und Problemstellungen, immer vertiefter behandelt werden.

 

Adresse

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