Sozialarbeit

frrufT. Reisch, Sozialpädagogin
Tel.: 05161 - 4889614
Die sozialen Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen und die daraus möglicherweise resultierenden Probleme spiegeln sich im Schulalltag deutlich wider. Diese zeigen sich zum Beispiel in Form von Konzentrationsschwächen, Motivationslosigkeit, mangelndem Selbstwertgefühl, Gewaltbereitschaft und Drogenmissbrauch bis hin zu Suizidgedanken. Lehrerinnen und Lehrer stehen deshalb vielen Schülerinnen und Schülern gegenüber, die entweder massiv stören, sich immer mehr zurückziehen oder durch andere Verhaltensweisen auf sich aufmerksam machen. Dadurch sind die Lehrkräfte und die Klasse erheblichen Belastungen in ihrer Lehr- und Lernsituation ausgesetzt. Diese können dazu führen, dass Lehrkräfte an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und Belastungsfähigkeiten stoßen. An dieser Stelle ist sozialpädagogische Fachkompetenz gefragt, die die Möglichkeiten pädagogischen Handelns erweitern und bereichern kann.

Gesetzlich ist die Schulsozialarbeit als eine Form der Jugendhilfe verankert im KJHG (SGB VIII), insbesondere in den §§ 1 Abs. 1 und 13 Abs. 1:

„Jeder junge Mensch hat das Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ – „Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“

Aus diesen gesetzlichen Grundlagen ergibt sich - als ein Schwerpunkt der Schulsozialarbeit an der Oberschule in Walsrode - die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenz. Der Einzelfallhilfe, der Begleitung, Unterstützung wie auch Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern wie auch Lehrkräften kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Als wichtiges Bestandteil des Systems Schule ist die Schulsozialarbeit ein niederschwelliges Angebot und eine direkt erreichbare Anlaufstelle für Schüler, Lehrer und Eltern. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie zum Beispiel dem Jugendamt und Beratungsstellen sowie dem örtlichen Sozialraumbüro des Stephanstifts ermöglicht unter Beachtung der gesetzlichen Schweigepflicht, der die Schulsozialarbeit unterliegt, eine optimale Hilfestellung. So gelingt es, die Hemmschwelle der Hilfebedürftigen, eine dieser Institutionen aus eigener Motivation aufzusuchen, zu überwinden und so Hilfen in Anspruch zu nehmen. Unabhängig davon ist die Schulsozialarbeit bestrebt, benachteiligte Kinder und Jugendliche zu integrieren und zu fördern. Bei Ratlosigkeit, Schulmüdigkeit, Verzweiflung, Mobbing, schwierigen familiären Verhältnissen, Suizidgedanken, kritischen Lebenssituationen etc. ist mit Hilfe der Sozialarbeit durch die Etablierung im System Schule eine zeitnahe Intervention möglich.